Die Tattoo-Maschine

Die Tattoo-Maschine

Wusstet Ihr, wie alt das Gerät ist, mit dem Ihr Euch wunderschöne Kunstwerke unter die Haut stechen lasst? Natürlich hoffen wir, dass das tatsächliche Gerät, das Euer Tätowierer benutzt hat, noch nicht allzu alt war; wir meinen die allererste Tätowiermaschine.

Die Tattoo-Maschine, wie wir sie kennen, wurde von einem amerikanischen Tätowierer mit irischer Abstammung namens Samuel O’Reilley im Jahr 1891 patentiert.
Man muss allerdings noch ein paar Jahre zurückgehen, um den eigentlichen Ursprung des Geräts zu definieren.

Bestimmt ist Euch der Name „Thomas Edison“ ein Begriff. Der clevere Geschäftsmann und Erfinder, der sich unter anderem einen Namen damit machte, dass er die Glühbirne ausgearbeitet, perfektioniert und schlussendlich patentiert hat. Dies war nur eins seiner über 1000 angemeldeten Patente für diverse Erfindungen aus den Bereichen Kraftwerk, Bild, Ton und Elektrizität.

Ein weiteres dieser Patente meldete Edison für den „Stencil-Pen“ an, der für das Gravieren von Gegenständen entwickelt wurde. Der Tätowierer Samuel O’Reilly fand heraus, dass sich durch diese Technik die Möglichkeit ergab, Tinte schnell unter die Haut zu stechen. Nach dem entsprechenden Umbau des Stencil-Pens ließ O’Reilly die erste elektrische Tätowiermaschine patentieren.

Seit dieser Zeit hat die Tätowiermaschine noch einige Design- und Funktionsänderungen hinter sich. Sei es durch Charlie Wagner, der sie 1904 mit zwei vertikal ausgerichteten Spulen versehen hat oder Carol Nightingale, der sie 1979 verstellbar machte. In Deutschland wurde die elektrische Tattoo-Maschine zu ersten Mal noch vor 1920 vom „König der Tätowierer“ Christian Warlich genutzt. Bis heute gibt es verschiedene Modelle und Designs, die von Tattoo-Künstlern genutzt werden.

Man unterscheidet heute in der Regel zwischen zwei Techniken von Tätowiermaschinen:

Die klassische Magnetspulenmaschine besitzt eine Nadel, die zwischen zwei elektrische Spulen gespannt wird. Die Spulen erzeugen eine Spannung, es entsteht ein Magnetfeld. Durch dieses  Magnetfeld wird eine kontinuierliche Bewegung der Nadel hervorgerufen. Die Magnetspulenmaschine arbeitet mit ca. 10.000 Hüben pro Minute.

Die Rotationsmaschine oder auch Rotarymaschine funktioniert mit einem kleinen Elektromotor, durch den die Nadel in Auf- und Abbewegungen angetrieben wird. Diese Maschine arbeitet mit über 15.000 Hüben erheblich schneller und auch leiser als die Spulenmaschine und erzeugt zudem weniger Vibration, was für den Tätowierer besonders bei langen Sitzungen angenehmer ist. Die Technik der Rotarymaschine wird heute auch im kosmetischen Bereich des Permanent-Makeups genutzt, da sie optimal ist, um feine, dünne Linien zu malen. Trotz allem ist beim klassischen Tätowieren meist die Magnetspulenmaschine die erste Wahl des Tattoo-Künstlers.

Auch bei den Nadeln gibt es Unterschiede zu beachten. Der Tätowierer wählt je nach Motiv zwischen Nadeln für Konturen oder zum Füllen und Schattieren. Bei Letzterem werden mehrere Nadeln nebeneinander an die Maschine angebracht um größere Flächen auf einmal zu füllen.

Na, habt Ihr jetzt nicht auch noch mehr Lust auf ein neues Tattoo? Vielleicht kann Euer Tätowierer Euch auch etwas zu diesem spannenden Thema erzählen 🙂

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