Die Wahrheit über 8 Tattoo-Mythen

Wir räumen auf… mit Tattoo-Mythen!

Wer kennt nicht mindestens eine Tattoo-Verschwörungstheorie und diverse Mythen? Über einige Themen klären wir Euch heute auf.

 

Mythos: Tattoo-Nadeln sind nicht steril

Grundsätzlich muss sich jeder seriöse Tätowierer an die Hygienevorschriften halten. Somit wird jede Nadel nur ein einziges Mal benutzt und nach dem Tätowieren sofort entsorgt. Diese Einwegnadeln sind immer einzeln und steril verpackt. Wer sicher gehen will, in einem qualitativ guten Studio zu sein, darf den Tätowierer nach seinem Zertifikat fragen, wenn es nicht sowieso im Tattoostudio öffentlich an der Wand hängt.

Mythos: Schmerzmittel machen das Tätowieren erträglicher

Leider nein. Aspirin und Co. helfen hier leider nicht. Im Gegenteil – Schmerzmittel wirken blutverdünnend und können während des Stechens übermäßiges Bluten verursachen, sodass der Termin abgebrochen werden muss. Die schmerzstillende Wirkung hilft übrigens vielleicht bei Kopfschmerzen, jedoch nicht beim stechenden Schmerz der durch die kurzzeitige Verletzung der Haut verursacht wird.

Mythos: Vaseline, Bepanthen & Co. reichen zur Pflege des frischen Tattoos

Diese Cremes sind günstig und scheinen praktisch, verfehlen jedoch leider den Pflegeeffekt. Vaseline ist nichts anderes als Fett und verfügt zum einen somit nicht über nährende Pflegestoffe, die die empfindliche Haut in der Abheilphase benötigt. Zum anderen wirkt Fett wasserabstoßend und verschließt die eingecremte Oberfläche, die Haut erstickt regelrecht. Auch Salben wie Bepanthen sind auf Fettbasis hergestellt und lassen somit das frische Tattoo nicht atmen und somit schlechter verheilen, im schlimmsten Fall sogar entzünden. Grundsätzlich sollte man ein frisch gestochenes Tattoo lieber häufiger dünn eincremen als seltener dafür aber dicker einschmieren. Die Wunde soll ja nicht „ertrinken“, sondern geschmeidig bleiben und während des Abheilprozesses unterstützt werden. Und mal ehrlich: Wer gibt schon ein kleines Vermögen für seinen wunderschönen neuen Körperschmuck aus und spart dann an der wichtigen Pflege?

Mythos: Nach ein paar Tagen ist die Wunde verheilt – somit auch das Tattoo

Die Abheilphase eines Tattoos dauert mindestens zwei bis sechs Wochen. In dieser Zeit muss die Haut weiterhin mit Feuchtigkeit und Pflege versorgt werden. Wer sichergehen will, pflegt das Tattoo mindestens noch zwei Monate täglich mit einer Feuchtigkeitsspendenden Tattoocreme und hält sich von Schwimmbädern, Saunen und vom Solarium fern. Im Idealfall versorgt Ihr Euer Tattoo auch darüber hinaus mit einer umfassenden Pflege (z.B. Tattoo Radiance Balm).

Mythos: Ein Tattoo muss immer nachgestochen werden

Im Idealfall nicht, nein. Ob ein Tattoo nachgestochen werden muss, hängt von mehreren Faktoren ab. Der Abheilprozess ist ein wesentlicher Faktor. Wurde das Tattoo während dieser entscheidenden Phase nicht ausreichend gepflegt, kann das Ergebnis enttäuschend ausfallen und muss überarbeitet werden. Auch die Wahl des Tattoo-Künstlers sollte im Vorfeld gut getroffen werden. Wurde das Kunstwerk von einem talentierten und professionellen Tätowierer unter Eurer Haut verewigt und tritt aufgrund der richtigen Pflege keine Farbe aus dem Tattoo aus, sollte Euch ein erneuter Besuch im Tattoostudio erspart bleiben.. bis zum nächsten Tattoo 🙂

Mythos: Mit Tattoo ist kein Blutspenden mehr erlaubt

Grundsätzlich darf auch nach einer Tätowierung weiterhin Blut gespendet werden. Allerdings kann es sein, dass der Blutspendedienst Euer Blut erst nach bis zu neun Monaten annimmt. Hintergrund dafür ist, dass durch die Tätowierung theoretisch sowohl HIV als auch Hepatitis übertragen werden können. Die jeweilige Infektion zeigt sich erst nach dieser Zeitspanne. Nach dem Tätowieren wird man wie ein Erstspender behandelt, dessen Blut vor einer neuen Blutspende zuerst untersucht wird, da eine Blutspende keine Krankheitserreger enthalten darf.

Mythos: Tattoofarben bestehen aus Autolack

Mit Autolack zu tätowieren würde wohl ähnlich gegen das Hygienegesetz verstoßen wie bereits benutzte Einwegnadeln noch einmal zu benutzen. Tatsächlich kommen einige Farbpigmente von Autolack auch in Tattoofarben vor, da man für bestimmte Farben nur eine geringe Auswahl möglicher Farbpigmente hat. Doch sind Kosmetikpigmente deutlich reiner und somit nicht mit Autolack vergleichbar. Davon abgesehen würde der Lack die Tattoonadeln verkleben.

Mythos: Ungewollte Tattoos lassen sich leicht mit einer Laserbehandlung entfernen

Leider ist Lasern weder leicht, noch lassen sich alle Tattoos vollständig mit dieser Methode endgültig entfernen. Schwarze Farbe lässt sich in der Regel verhältnismäßig gut entfernen, sofern das Tattoo qualitativ gut gestochen wurde. Bunte Farben und schlecht gestochene Arbeiten sind leider schwieriger zu entfernen. Es kann zur Vernarbung kommen, ohne dass die Farbe sichtbar blasser wird. Die Entscheidung für ein Tattoo sollte immer gut überlegt sein!