Tattoo-Cover-Ups… Was ist zu beachten?

Wenn das Tattoo nicht mehr schön ist, weil es mit der Zeit verlaufen ist, zu klein oder unsauber gestochen wurde, oder sogar Ergebnis einer Jugendsünde oder einer waghalsigen Wette war, die im Nachhinein vielleicht doch etwas unüberlegt zustande gekommen ist, hat der ein oder andere sicher schon über eine Lösung des unschönen Problems gesucht.

Man kann natürlich versuchen, das ungeliebte Tattoo durch Kleidung zu verdecken, aber wer möchte schon das ganze Jahr über im Rollkragenpulli rumlaufen? Eine andere Lösung wäre natürlich, sich einer schmerzhaften Laserbehandlung zu unterziehen, die über mehrere Monate und Sitzungen geht.

Wer jedoch zur Kunst auf der Haut steht und schon eine neue Idee für ein Tattoo hat, kann sich an seinen Tätowierer des Vertrauens wenden und einen Termin für ein Cover-Up ausmachen.

Beim Cover-Up wird das alte Tattoo durch ein neues überdeckt. Jedoch ist es nicht immer so einfach, wie es vielleicht im ersten Moment klingt. Nicht jedes Tattoo kann einfach überstochen werden, sodass am Ende nichts mehr von ihm zu sehen ist.

Der Prozess des Stechens ist so ziemlich der gleiche wie bei einem normalen, neuen Tattoo.

Beim Cover-Up werden neue Farbpigmente in die gleiche (oder eventuell tiefere) Hautschicht gestochen wie die des alten Tattoos. Da die Pigmente des alten Tattoos je nach Alter und Körperstelle UV-Strahlung ausgesetzt wurden, können diese im Idealfall (für das Cover-Up) ausgebleicht sein und somit von der breiteren Farbdichte der neuen Pigmente überdeckt werden. Nach einiger Zeit kommt es jedoch auch bei den Farbpigmenten des neuen Tattoos zu diesem Prozess (es sei denn, man benutzt fleißig unser Radiance Balm 😉 ) und die Möglichkeit besteht, dass das alte Tattoo anfängt, durchzuschimmern.

Cover-ups sollten farblich also immer etwas dunkler bzw. kräftiger ausfallen als das Tattoo darunter.

Sucht Euch in Ruhe einen guten Tätowierer aus. Mittlerweile gibt es sogar Tattoo-Studios, die auf Cover-Ups spezialisiert sind. Dann muss Euch natürlich noch der Stil des Tätowierers gefallen, damit das Cover-Up nicht nur als Notlösung dient, sondern ein komplett neues, wunderschönes Kunstwerk entstehen kann.

Für ein Cover-Up gibt es ein paar Stile und Techniken:

1. Klassisches Cover-Up – Das alte Tattoo wird komplett überdeckt
Beim klassischen Cover-Up wird das alte Motiv von einem neuen, ggf. größeren Motiv überdeckt. Zum Beispiel kann ein verschwommener Schriftzug mit knalligen Rosen oder einem bunten Tiermotiv überstochen werden.

2. Fix-Up – Das alte Tattoo wird „ausgebessert“
Unebene Linien und ausgebleichte Farben eines früher mal schönen Motivs können im gleichen oder besseren Stil überstochen werden, sodass es wieder frisch aussieht.

3. Das alte Tattoo wird in das neue Tattoo integriert
Der Trend der asiatischen Symbole ist vorbei, aber eigentlich gefällt das Motiv oder die Bedeutung dahinter. Kein Problem, das Tattoo kann z.B. durch eine Maske im beliebten Hannya-Stil ergänzt werden.

4. Blast-Over-Tattoo
Etwas gewöhnungsbedürftig aber auch eine interessante Art, ein Tattoo neu aufleben zu lassen. Das alte Tattoo wird durch ein neues ergänzt, welches lediglich aus dicken, schwarzen Linien besteht. Das alte Tattoo bleibt gut sichtbar, es entsteht ein gewollt unharmonischer Effekt.

5. „Schwärzen“
Wer ganz radikal vorgehen und nichts mehr von Tattoo-Motiven wissen möchte, kann die komplette (Körper-)Stelle schwarz tätowieren lassen und somit endgültig Abschied von seinem alten Tattoo nehmen. Hier kann auch mit Formen und Mustern gearbeitet werden, der kreative Spielraum ist allerdings beschränkt.

Nicht geeignet für ein Cover-Up sind filigrane Tätowierungen sowie Watercolour-Tattoos, da sie nicht die benötigte Deckkraft besitzen.

Der Preis eines Cover-Ups unterscheidet sich im Grunde nicht von dem eines normalen Tattoos. Genau wie bei diesem ist der Preis abhängig vom Design, der Größe und den Details. Außerdem kommt es darauf an, ob mit Farben oder nur mit Schwarz gearbeitet wird.

Auch der Abheilprozess ist der gleiche wie bei einem normalen Tattoo. Es benötigt genauso viel Pflege und Achtsamkeit, viel Feuchtigkeit und Schutz vor Lichteinflüssen.

Man sollte jedoch bedenken, dass ein Tattoo fast immer eine Geschichte erzählt, einen ganz persönlichen Hintergrund hat oder mit besonderen Erinnerungen verbunden wird. Es ist mehr als nur eine ästhetische Ergänzung des Körpers. Hat das Bild in der Haut nicht vielleicht doch noch einen speziellen Wert, der mit einem Cover-Up seine Bedeutung verlieren würde? Entscheidet selbst!